Presseerklärung

 

Das katholische „Gotteslob“ wurde in den vergangenen Jahren von der Kirche für eine Neu-Ausgabe bearbeitet. Unsere Laieninitiative hat seit 2011 versucht eine Änderung der sechsten Vaterunser-Bitte „und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen“ mit verschiedenen Aktionen und Briefen an die deutsche Bischofskonferenz zu erreichen. Die wortwörtliche Übersetzung aus dem Lateinischen erschließt dem heutigen Menschen den Sinn dieser Bitte nicht mehr und ist missverständlich. Der Sinn der Bitte an Gott ist die Bewahrung und Führung durch IHN in Prüfung und Versuchung. „Und führe uns durch die Versuchung, und erlöse uns von dem Bösen“ ist ein mögliches Beispiel für eine Neuformulierung.

 

In der Umgangssprache erschließt sich das Problem der in unserer Zeit nicht mehr richtig verständlichen, alten Formulierung leicht an einem Beispiel:

Über den Lehrer A einer Schule sagt man: „Er führte das Kind nicht in Versuchung“.

Über den Lehrer B sagt man:“ Er sorgte dafür, das das Kind nicht durch die Prüfung fiel“.

 

Hierbei handelt es sich bei unserem modernen Sprachverständnis um völlig unterschiedliche Sachverhalte. Auch die Vermutungen über die Lehrerpersonen dürften sehr unterschiedlich sein.

 

Inzwischen ergaben unsere Recherchen, dass in anderen Sprachen wie z.B. portugiesisch, spanisch und französisch die Formulierung immer schon richtig war. Inzwischen hat auch in Neuübersetzungen wie bei der deutschen Bibelgesellschaft in Kooperation mit der Genfer Bibelgesellschaft, eine Richtigstellung statt gefunden. Siehe auch Anlagen mit weiteren Formulierungsbeispielen in Deutsch und in anderen Sprachen.

 

Die italienische katholische Bischofskonferenz ließ zum Beispiel 2008 diesen Satz in der Neuausgabe des Evangeliums mit : „und verlasse uns nicht in der Versuchung“ oder “ überlasse uns nicht der Versuchung“ neu übersetzen. Damit wurde die Forderung des zweiten vatikanischen Konzils nach einer zeitgemäßen Sprache umgesetzt.

 

Die deutsche Bischofskonferenz kennt die Fragestellung schon lange, aber sie hat ohne eine Begründung das Problem in unserem christlichen Hauptgebet für den deutschen Sprachraum nicht aus der Welt geschafft. Sie hat sozusagen die „Zeichen der Zeit“ nicht erkannt und steht damit auch im Widerspruch zu Äußerungen von Benedikt XVI und Rom. Inzwischen ist die unveränderte Fassung des „Vaterunser“ im neuen Gotteslob im Druck für die Auslieferung im Kirchenjahr 2014. Damit ist die missverständliche, antiquierte Formulierung im deutsch-katholischen Bereich auf weitere Jahrzehnte bis zu einer weiteren Neuausgabe des „Gotteslobes“ zementiert.

 

Unserer Meinung nach wäre es am Besten, wenn der Vatikan, als Sprecher der größten christlichen Konfession, selbst eine verbindliche Empfehlung für die Übersetzung des „Vaterunser“ abgibt. Dann könnten in unserem christlichen Hauptgebet alle Christen konfessionsübergreifend weltweit zusammen mit einer Stimme beten.

 

Papst Franziskus selbst kennt in seinem Leben wahrscheinlich mindestens folgende Fassungen:

Als Kind italienischer Einwanderer: „Non ci indurre in tentatiozione, ma...“

„Führe uns nicht in Versuchung, sondern...“

Als spanisch sprechender Argentinier: „Y no nos dejes caer en tentacion, ...“

„Lasse uns nicht der Versuchung erliegen (anheimfallen),.... “

Als Latein sprechender Priester: „Et non nos inducas in tentationem,....“

„Und führe uns nicht in Versuchung, sondern.. „

Als in Italien arbeitender Geistlicher in Zukunft: „e non abbandonarci alla tentatione, ma...

„und verlasse uns nicht in der Versuchung (oder: überlasse uns nicht der Versuchung) ,sondern....“

 

 

 

Dr.Gert und Dr. Gisela Heinz

Wenn Gott selbst der Versucher ist, wie wir im Vaterunser beten, wer hilft uns dann aus der Versuchung? Gott ist doch das Reine ohne Sünde und Makel, wie kann er uns Christen in Versuchung führen?

Bitte geben Sie unsere Internetadresse www.vaterunser-aenderung.de an Freunde und an am Glauben interessierte Menschen weiter.